Länge: 3,67km Streckenbreite: 12-20m  Rechtskurven: 4 Linkskurven: 10 Zielgerade: 780m max. Gefälle: 12,8% max. Steigung: 10% Lautstärkebeschränkung: 88db-streng! pers. schnellste Runde: 1:57:073 (05/2010 Quali KTM Cup Rennen 4) Infrastruktur  betoniertes Fahrerlager  34 Boxen 6x12m inkl. WC  Tankstelle nein, 500m entfernt  Restaurant  Übernachtung an der Strecke nein  Im Vorfeld hat man ja schon vieles über den  Sachsenring und dessen Einwohner gehört. Es  gibt wohl keinen Rennfahrer, der sich nicht über  die Lautstärkenbegrenzung beschwert oder die  Vorschriften meckert. Einige überlegen sogar, ob  sie deshalb die Rennen auslassen sollen. Naja,  was soll ich sagen - es ist genau so und noch  schlimmer! Hier ein paar Beispiele:  Lärmbegrenzung auf 88db - sagten wir schon,  aber selbst mit db-Eater gibt es fast kein Bike,  das dies einhalten kann. Nur Original  Auspuffanlagen - wohl gemerkt: wir befinden uns  auf einer Rennstrecke mit Renneisen! Die Bikes  brauchen Startnummern mit bestimmtem  Kontrast und bestimmter Größe, Lärm-  messungen während der Rennen - schwarze  Flagge wird auch gezeigt! Pennen in der Box ist  nicht und ab 12 Licht aus im Fahrerlager!  Mad Mike Racing Sachsenring: Eine neue Rennstrecke - eine neue Herausforderung. Die Strecke mit der längsten Anfahrt.  Wir entscheiden uns über Brünn, Prag, Dresden und Chemnitz nach Oberlungwitz am Sachsenring zu  fahren. Ca. 650km  Mein persönlicher Eindruck von der Strecke  Hat man die Einfahrt ins Fahrerlager einmal gefunden kommt man in ein eher  kleines Fahrerlager mit tw. Rutschbelag! ??? Die Boxen sind groß (6x12m) und  haben ein eigenes WC. Leider ist man von den Nebenboxen entweder gar nicht  oder mit Gittern getrennt. Es gibt reichlich sanitäre Anlagen. Bei den Duschen sind  allerdings keine Ablagemöglichkeiten für Gewand und Handtuch und auch die  Sauberkeit ließ zu wünschen übrig. Die Strecke selbst ist Top! Hier merkt man, dass  eine Moto GP Strecke auch dementsprechend Schwierigkeiten aufweist. Viele  schnelle blind einzufahrende Kurven, steile Gefälle und Steigungen. Hier eine  richtige Linie sowie die Brems- und Beschleunigungspunkte zu finden ist nicht easy!  Hat man seine ersten Runden gedreht und seine Linie gefunden, ist die  Rennstrecke absolut geil zu fahren.  Wir haben uns entschlossen, die Reise über Tschechien  und Dresden zum Sachsenring zu wagen. Die  Autobahnen in Tschechien hauen einem tw. die  Bandscheiben raus. Dachte der Passat oder der  Anhänger sind hin. Kaum in Deutschland fing es wieder  voll zu schütten an! Nebel, Regen und Kälte bis am  Sachsenring. Es fing schon wieder an wie in Ungarn. 11  Grad in der Box. Ein Mitarbeiter von KTM war dabei den  LKW mit dem Kärcher zu waschen. Um 22 Uhr im  Regen??? Wir bezogen rasch die Boxen und richteten  die Bikes für den nächsten Tag her. Vor unserer Box  machten es sich Doppel-R (SD #60) und Benny (RC8-R  #75) bequem und zelten in einem Wohnwagen. Rasch  bei den Nachbarn eine Eitrige auf den Grill geworfen  und ein Begrüßungs Ottakringer geschlürft. Kultur in der  Fremde muss sein! Tom hat sich an der Tanke ein  örtliches Dosenbier gekauft - die Blörre kannste aber  knicken!   Ich habe erstaunlich gut geschlafen. Es hat immer noch 11 Grad in der Box  und alles ist feucht. Draussen hat der Regen aufgehört. Es ist nur noch  bewölkt. Die Strecke ist allerdings immer noch nass. Ich werfe mal den  Toaster an und mache Frühstück. Schön langsam wird das Fahrerlager  munter und die Frage nach der richtigen  Reifenwahl beginnt wieder. Die  Regenreifen werden hergerichtet, einige  entscheiden sich für Straßenreifen oder  Intermediates. Nachdem KTM in Ungarn  keine Regenreifen dabei hatte, was sich  als fatal erwies, gab es nun genügend  Reifen - zumindest für  RC8 und Superdukes.  Also 180er und 190er  Schlapfen, aber leider keine 160er. Schade, denn die  Preise waren sehr gut! Fahrerbesprechung: Unser  deutscher Racingwart hat einen etwas eigenen Humor.  Wieder wurden die strengen Vorschriften  angesprochen. Ist ja schon gut, wird nicht so schlimm  sein, schließlich gibt es ja laufend Rennen hier!  Der erste Turn: Ich nehme mir für den ersten Turn einen  Instructor um mir die richtige Linie auf diesem  anspruchsvollem Kurs zeigen zu lassen. Die Ampel wird  grün und ich möchte  hinter dem Instructor  hinaus fahren. Allerdings  werde ich vom  Streckensheriff gestoppt.  “Hey ju da - haste ein  Band?” Na claro hatte  ich ein Band - wurde  auch schon 2x  kontrolliert. “Hey ju!” Ja  wat denn nu? “So kannste da ned rausfahren tun, ju!”  Wie? Was? “Dad Ding da! Das is aba ned Orchinal, ju”  Sheriff zeigt auf den Auspuff. Nö, aber leise! “Dad macht  aba gahnix - dad Ding is nich Orchinal!” Panik macht  sich breit und meine Kabel beginnen zu schwellen. “Tu  ihn bitte jetzt nur nicht würgen!” denke ich mir und  versuche dem Sheriff zu erklären: e-Nummer, leise,  Straßen homolgiert, Überprüfungsplankette. Alles  wurscht - nich Orchinal! Kabeln zum platzen, versuche  ich einen letzten Ansatz: Original kaputt, SXC Kleinserie,  Original gibts nicht mehr! Erst als mich Günter bestätigte  wurde ich zuerst mal rausgelassen - schwarze Liste,  Überprüfung, schwarze Flagge. Und dann kam Tom...  instruiert war die Diskussion aber wesentlich kürzer.  Dafür hatte er Probleme mit der korrekten Startnummer...  Turns: Nachdem ich beim 2. Turn auf die Strecke durfte, suchte ich hinter  dem Instructor die richtige Line. Wahnsinn! Fast alle Kurven sind blind  anzufahren! Du mußt die Strecke auswendig lernen um wirklich schnell zu  sein. Von Turn zu Turn werden wir um einige Sekunden schneller. Ich  merke recht schnell, wo ich noch Zeit liegen lasse. Cola Kurve später  bremsen und innen bleiben, Audibrücke nur kurz Gas weg und dann  wieder voll ans Gas... Nur für das Omega habe ich bis zum Schluß kein  Rezept gefunden.  Das Qualifying selbst wird  gemeinsam mit den Fahrern des  offenen Rennens gefahren. Das war  weniger ok.  Start zum ersten Lauf: Hurra,  das Wetter bleibt auch  weiterhin trocken! Am Start  gibt es einige Verwirrung, da  es keine Schilder am Boden  wie am Pannoniaring gibt  und zudem die Reihen 2-  fach (Auto und Moped) angeschrieben sind.   ROTLICHT AUS - START! Es gelingt mir ein perfekter  Start! Ich ziehe an Tom vorbei und auch an Petra (JF-  Racing) und Istvan (RC8) - ich bin neben 2 weiteren  Dukes und einer RC8.  Es geht auf die Cola  Kurve zu und ich sehe,  wie das Rennknäuel  Richtung Eingang  Omega biegt. Panik,  denn bis jetzt habe ich  immer recht viel Platz in  der 1. Kurve benötigt.  Wieder einmal nehme ich Gas weg um im engen  Zweikampf keinen abzuschießen. Im Omega merke ich,  ich bin schneller als die vor mir Fahrenden. Am Ausgang  Omega schaue ich kurz zu Tom geb Vollgas und gehe  innen an ihm vorbei.   Bruderduelle - An der Spitze duellieren sich die beiden Kraus Brüder auf  Ihren RC8-R. Wenige Zentel trennen sie am Ende des Rennens. Im  hinteren Feld herrscht ebenfalls ein harter Kampf um die Punkte. Tom  hängt mir im Heck wie mein Kater Timmy wenn er Futter riecht!  2 Runden vor Schluß passiert es dann - ich bremse die Kurve nach Start-  Ziel nicht auf der letzten Rille - denn hier wagt er es sicherlich nicht! Von  wegen: Tom hatte genug Zeit mich zu lesen und probierte es deswegen  genau hier! Das war nicht ganz ungefährlich und prompt verbremste er  sich. Ich könnte nun wieder innen hineinstechen und vorbei ziehen. Wenn  er den Stunt aber nicht steht, krachts. Ich gehe wieder auf Nummer sicher  und meine Hand lupft kurz am Gas. Das war genug und Tom blieb vorne.   Helden - wieder waren wir Helden - auch wenn am Ende des Feldes!  Die Nacht wieder in der Box im Kofferraum des Passat  gepennt. Das ging aber diesmal erstaunlich viel besser  als noch in Ungarn. Unsere Boxennachbarn waren zum  Glück relativ leise. Nur der Hund schnarchte und sein  Herrchen hatte ein Pfeifen auf der Lunge. Der gestrige  Abend verlief nach der  Siegerehrung (Kraus G. vor  Kraus M. bei den 2-Zyl. und  wieder einmal Jo  Frauenschuh bei den 1-  Zyl.) würdig. Es gab  Spanferkel und danach  jede Menge  Benzingespräche. Zudem  begeisterte uns Benny mit seinem neuen Laptimer und  RR mit seiner Mini-DV Kamera  um 10 Euronen. Der heutige Tag  beginnt prächtig! Die Sonne  scheint und so verlegen wir  kurzerhand das Frühstück in die  Boxengasse.   Ringtouristen - Heute ist Samstag und das hat viele  deutsche Touristen angelockt. Auch in der Nachbarsbox  haben sich ca. 1 Dutzend Deutsche von einem Club  eingefunden. Sie kommen in Scharen. Ich sehe wie  einer von seiner BMW 1300er GT steigt, seine 3 Koffer  runter gibt und zur Anmeldung wankt. Und er ist wahrlich  nicht der einzige, der sich mit Spiegel, Blinker und  Fahrlicht auf die Strecke begibt. Der erste Turn bringt die  Bestätigung: enorm viel Verkehr, ich überhole pro Runde  locker 10 Leute die kreuz und quer fahren. Die Touris  sind nicht einfach nur langsam, sie sind unberechenbar.  In der sehr schnellen Audibrücken Kurve bremst sich  einer voll runter - ich denke egal, will außen vorbei als er  vor mir in der Linkskurve plötzlich recht abbiegt!  Scheiße! Falsche Richtung, Alter! Ich steig in die Eisen -  rutsche vorn und  hinten - komme quer -  gerade noch! Das war  nicht die einzige  Begegnung der 3. Art!  Ich überlege die  Gruppe zu wechseln  aber Tom rät ab. Noch  mehr Touris, schnellere  Maschinen und der PS Unterschied zu unseren 1-  Zylindern mach es schwieriger vorbei zu kommen. Fazit:  keine Rundenverbesserungen zum Vortag!  Qualifying - Endlich sind wir Race Orange Typen wieder unter uns!   Und diesmal auch ohne der offenen Klasse! Gleich in der ersten Runde  fahre ich schneller als am Vortag! Im Laufe des Qualifying fahre ich meine  persönlich schnellste Runde.  Rennen 4 - Diesmal gehe ich aufs  Ganze und voll rein! Diesmal werde ich  mich mitten ins Getümmel werfen und  mit dem Knäuel in die erste Kurve  gehen! Istvan steht mit einer  Leihmaschine (Seine RC8 hatte  Probleme mit dem Kühler. Vermutlich  vom Sturz am Pannoniaring.) hinter mir  - und filmt alles mit.  Start! - Kupplung aus und Vollgas!!!  Aahhrrgg! Ich lasse die Kupplung zu  schnell kommen, der Rennkürbis steigt  nach oben - 2. Gang - die KTM steigt  weiter und ich sehe wie die anderen  schneller werden - ich lupfe kurz das  Gas, um das Vorderrad wieder auf den  Boden zu bekommen - shit, ich habe  zum ersten Mal den Start verbockt! Ich  hänge mich an die anderen ran, kann gut mithalten... plötzlich in der Cola  fliegt einer quer vor mein Vorderrad. Brems in Schräglage - nicht gut - Heck  bricht aus - fang die Fuhre wieder ein. Der Depp stürzt jetzt - denke ich -  falsch - der Depp fährt in Supermoto Manier quer durch! Ich will wieder  vorbei, geh ans Gas und bieg ins Omega   - wieder fliegt er vors Vorderrad - Shit! Ich  gas - er bremst, ich brems - er gas - das  funkt so nicht!!! Ausfahrt Omega lange  Links zur Audibrücke - ich innen rein,  liege neben ihm - gas, gas, gas - schnelle  links - er bremst und quer - sh... ich noch  voll am Gas!!! Ich verbremse komplett  und verliere zu viel Zeit. Der Sumo  erwischt wenig später Tom und Beate, die sich gerade einen Zweikampf  liefern. Die selben Probleme! Schließlich Sumo vor Beate und Tom, der am  2. Tag eine tolle Performance geliefert hat! Vorne alles beim Alten: die  Kraus Brüder gewinnen die 2-Zylinder und Sepp die 1-Zylinder Wertung.  Fazit: 2 coole Rennen - wieder ein paar Punkte gesammelt - fürs nächste  Mal habe ich noch genug Potential! Auf zum Slovakiaring!!!  (Foto: pixelrace.de)  “Dad Ding da is aba ned Orchinal...!”  (Foto: pixelrace.de)  (Foto: pixelrace.de)  (Foto: pixelrace.de) (Foto: pixelrace.de)  (Foto: pixelrace.de)  (Foto: pixelrace.de) (Foto: pixelrace.de) (Foto: pixelrace.de) (Foto: pixelrace.de) (Foto: pixelrace.de) (Foto: pixelrace.de) (Foto: pixelrace.de) (Foto: pixelrace.de)